Naturpark Oberer Bayerischer Wald

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Auenprojekt Schwarzach-Biberbach

Auenprojekt Schwarzach-BiberbachDas Gebiet umfasst die Einzugsgebiete des Biberbaches und der Bayerischen Schwarzach. Nördlich von Kritzenthal und Charlottenthal grenzt die tschechische Republik direkt an den Biberbach bzw. die Schwarzach. Die Quellen von Biberbach und Schwarzach entspringen beide im waldreichen Urgestein der tschechischen Republik. Auf Grund der geringen Ausgangsbelastung stellen die Gewässerabschnitte dort den natürlichen Gewässerzustand hinsichtlich des Wasserchemismus dar.

Im Auenprojekt steht der Schutz, die Erhaltung und die Entwicklung der Flussperlmuschel als Leitart im Vordergrund. Ziel des Projektes ist es die auf die Flussperlmuschel wirkenden Gefährdungsursachen im Projektgebiet zu erheben, zu analysieren und auf dieser Grundlage Maßnahmen für den Erhalt und die Regeneration der Flussperlmuschel Bestände zu planen.

Über den Erhalt und die Entwicklung der Flussperlmuschel hinaus wurde für den Biberbach und die Schwarzach ein Pflege- und Entwicklungsplan erstellt, der die Entwicklung von naturnahen Auesystemen zum Ziel hat. Dadurch werden weitere vorkommende seltene Tier- und Pflanzenarten im Gesamtprojektgebiet gefördert. Die Auewiesen bilden einen wichtigen Puffer für die anschließenden Gewässer und dienen zugleich als Verbindungselement.
 
Durch die Verbesserung der Durchgängigkeit bzw. durch die Beseitigung von unüberwindbaren Barrieren wurde die Durchgängigkeit der Gewässer verbessert, so dass die Bachforelle, ein wichtiges Glied in der Entwicklung der Flussperl-muschel, die Möglichkeit hat in der Schwarzach und den Nebengewässern zu wandern.

Unterstützende Artenschutzmaßnahmen

Auenprojekt Schwarzach-Biberbach - unterstützende ArtenschutzmaßnahmenZusätzlich zu den Maßnahmen für Pflege und Erhalt der Lebensräume werden auch direkte Stützungsmaßnahmen zum Erhalt der Flussperlmuschel durchgeführt. Seit mehreren Jahren werden in Zusammenarbeit mit der unteren Naturschutzbehörde in geeignete Bäche mit Glochidien infizierte Forellen eingesetzt, um die geringe Reproduktionsrate bei den verbliebenen Exemplaren aufzufangen. Der Einsatz ist natürlich nur in Verbindung mit Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensräume langfristig sinnvoll. Deshalb wird versucht ein Forschungsvorhaben zur Untersuchung der Lebens- und Nahrungsansprüche der Jungmuscheln zu verwirklichen.

Im Rahmen des Projekts wurden weitere Artenschutzmaßnahmen für gefährdete Insektenarten wie Ameisenbläulinge, für Wiesenbrüter wie Braunkehlchen und Wachtel sowie für den Biber durchgeführt.

Öffentlichkeitsarbeit

Die Bevölkerung wird regelmäßig über das Projekt informiert. Über den Naturpark werden Exkursionen für die gesamte Bevölkerung angeboten. Auch die Schulen in Tiefenbach und Treffelstein nutzen das Angebot des Naturparks, die Bäche der Umgebung und deren Wasserlebewesen in Projekttagen mit Schulklassen kennen zu lernen.