Naturpark Oberer Bayerischer Wald

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Geotope

Geotope sind erdgeschichtliche Bildungen der unbelebten Natur, die Erkenntnisse über die Entwicklung der Erde oder des Lebens vermitteln. Sie umfassen Aufschlüsse von Gesteinen, Böden, Mineralien und Fossilien. Bedeutende geologische Standorte wie ehemalige Steinbrüche, Höhlen, Stollen oder Felsformationen sind bayernweit als Geotope erfasst. Besonders wertvolle und markante Geotope werden als schönste Geotope Bayerns ausgezeichnet. Drei davon befinden sich im Naturpark Oberer Bayerischer Wald.

Leben im alten Steinbruch (pdf)


Pingartner Porphyr bei Bodenwöhr

Das Geotop "Ehemaliger Steinbruch im Pingartner Porphyr" erschließt einen Teil der Erzhäuser Arkose die durch plötzliche starke Regengüsse und Schlammströme im Erdaltertum entstand. Wegen seines hohen Feldspat–Anteils wird das Gestein als 'Arkose' bezeichnet. Das "porphyrische" Aussehen (feinkörnige Grundmasse mit groben eckigen Fragmenten) führte dazu, dass vormals Geologen dieses Sedimentgestein mit einem vulkanischen Gestein, dem "Porphyr" verwechselten. 

Link zu http://www.lfu.bayern.de/geologie/geotope_schoensten/6/index.htm


Steinbruch bei Obertrübenbach

 Unter dem Titel "Land unter...Kreidetransgression Obertrübenbach" erhielt der Steinbruch das Gütesiegel "schönstes Geotop". Im Steinbruch liegen kreidezeitliche Sedimentgesteine über sehr viel älteren Gesteinen des Grundgebirges.  Das Vorrücken eines Meeres über Landgebiete nennt man "Transgression" und diesen Vorgang aus der Oberkreidezeit kann man hier im Steinbruch sehen.
Schon im 19. Jahrhundert erwähnte der berühmte bayerische Geologe Carl Wilhelm von Gümbel den "lehrreichen Steinbruch im Trübenbachtal".  In einer beispielhaften und aufwändigen Geotoppflege-Aktion wurde der klassische Aufschluss 2008 wieder freigestellt. Dadurch entstanden auch Flächen für die Entwicklung der natürlichen Sukzession und damit wertvolle Lebensräume für seltene Arten. Seitdem ist der Steinbruch öffentlich zugänglich und ermöglicht Schülern, Studenten und Geologieinteressierten in das "Fenster der Erdgeschichte" zu blicken.

Link zu http://www.lfu.bayern.de/geologie/geotope_schoensten/75/index.htm

 Steinbruch Obertrübenbach (pdf) 


Glimmerschiefer am Osser

Im Gegensatz zu allen anderen hohen Bergen des Bayerischen Waldes ist das Osser-Massiv nicht aus Graniten oder Gneisen, sondern aus Glimmerschiefer aufgebaut. Er entstand in etwa 10-15 km Tiefe bei einer Temperatur von ca. 500 bis 600°C aus einem tonigen Ausgangsmaterial. Später wurde das Gebirge stark gehoben und gleichzeitig wurden die überlagernden Gesteine durch Erosion abgetragen, so daß der Glimmerschiefer an die Oberfläche gelangte.

Link zu http://www.lfu.bayern.de/geologie/geotope_schoensten/59/index.htm

Im Jahr 2012 wurde der Osser-Quarzit zum Gestein des Jahres gewählt. Aufgrund seiner Härte schuf die Verwitterung bizzare Formen, die nirgendwo in Bayern eindrucksvoller sind als am 1.293m hohen Osser.

Link zu http://www.lfu.bayern.de/geologie/gestein_des_jahres/index.htm

Glimmerschiefer am Osser (pdf)